BAFA & Wärmepumpe 2026: Was heute noch über die BAFA läuft
Von Jonas BrandtAktualisiert am 10. Mai 20266 Min. Lesezeit
BAFA Wärmepumpe 2026: Wer fördert jetzt wirklich, was die BAFA noch macht und wie Sie bis zu 70 % Zuschuss über die KfW sichern. Klar erklärt.

Inhaltsverzeichnis▾
- BAFA oder KfW? Die Zuständigkeit 2026 auf einen Blick
- Was die BAFA bei Wärmepumpen 2026 trotzdem noch macht
- 1. Die Liste der förderfähigen Wärmepumpen
- 2. Förderung der Heizungsoptimierung
- 3. Technische Aufsicht und Anforderungen
- Wie hoch ist die Förderung 2026 und wie kommen die 70 % zustande?
- Ergänzungskredit, Steuerbonus und Länderprogramme
- Antrag richtig stellen: Reihenfolge und Zeitplanung
- Lohnt sich die Wärmepumpe trotz Förderung wirtschaftlich?
- Häufige Irrtümer rund um "BAFA Wärmepumpe"
Die kürzeste ehrliche Antwort auf das Stichwort BAFA Wärmepumpe lautet: Bei der BAFA sind Sie damit an der falschen Adresse. Seit 2024 fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle keine Wärmepumpen mehr direkt. Den Heizungstausch macht heute die KfW, und zwar mit Zuschüssen von bis zu 70 Prozent. Trotzdem suchen jede Woche tausende Leute nach genau diesem Begriff, weil die BAFA bis Ende 2023 die zentrale Stelle war. Alte Gewohnheiten sterben langsam. Ein paar Aufgaben hat die Behörde behalten, und die sind wichtiger, als die meisten denken. Ich erkläre, wer 2026 was bezahlt und wie Sie die Förderung sauber abholen, ohne am falschen Schalter zu landen.
BAFA oder KfW? Die Zuständigkeit 2026 auf einen Blick
Die staatliche Heizungsförderung läuft über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Seit dem 1. Januar 2024 ist sie auf zwei Töpfe verteilt:
- KfW (Programm 458): Zuschuss für den kompletten Heizungstausch, also auch für die Wärmepumpe. Hier liegt der große Hebel mit bis zu 70 Prozent.
- BAFA: zuständig für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster) und für die Heizungsoptimierung bestehender Anlagen.
Vor 2024 war es genau andersherum. Die BAFA bearbeitete die Heizungsanträge und förderte Wärmepumpen mit maximal 40 Prozent. Mit der GEG-Reform wanderte die Heizungsförderung zur KfW, vor allem, um sie mit den zinsgünstigen KfW-Krediten zu bündeln und alles über ein Portal abzuwickeln. Wie der Antrag heute konkret abläuft, habe ich in der KfW-Förderung für die Wärmepumpe Schritt für Schritt aufgeschrieben.
Die Verwechslung ist menschlich, aber sie kann teuer werden. Einen Wärmepumpen-Zuschuss beantragen Sie bei der BAFA heute schlicht nicht mehr. Punkt.
Was die BAFA bei Wärmepumpen 2026 trotzdem noch macht
Aus dem Spiel ist die BAFA nicht, sie arbeitet nur im Hintergrund. Drei Dinge sollten Sie kennen.
1. Die Liste der förderfähigen Wärmepumpen
Die BAFA führt nach wie vor die offizielle Liste der förderfähigen Wärmepumpen. Steht Ihr Wunschmodell da nicht drauf, gibt es auch über die KfW keinen Cent. Geprüft werden technische Mindestanforderungen, etwa die Effizienz und, seit 2026 verschärft, die Schallemissionen. Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen die Grenzwerte der EU-Ökodesign-Verordnung deutlich unterschreiten. Ein vernünftiger Fachbetrieb verbaut sowieso nur gelistete Geräte. Ein kurzer Blick in die Liste förderfähiger Wärmepumpen der BAFA kostet aber nichts und hat mir schon manche böse Überraschung erspart.
2. Förderung der Heizungsoptimierung
Hier fließt tatsächlich noch BAFA-Geld. Wer seine vorhandene Heizung optimiert, durch einen hydraulischen Abgleich, neue Heizungspumpen oder gedämmte Rohrleitungen, bekommt 15 Prozent. Plus 5 Prozent, wenn die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ist. Förderfähig wird es ab 300 Euro Kosten. Lohnt sich vor allem dann, wenn die Wärmepumpe noch ein paar Jahre warten muss.
3. Technische Aufsicht und Anforderungen
Die BAFA legt mit fest, welche Kriterien eine geförderte Wärmepumpe erfüllen muss, zum Beispiel die geforderte Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0. Was hinter dieser Kennzahl steckt, zeige ich im Detail unter JAZ und COP der Wärmepumpe. Diese Vorgaben gelten dann auch für die KfW-Förderung.
Wie hoch ist die Förderung 2026 und wie kommen die 70 % zustande?
Die KfW-Förderung ist modular. Sie addieren mehrere Boni, gedeckelt bei insgesamt 70 Prozent. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt, der maximale Zuschuss liegt damit bei 21.000 Euro.
| Förderbaustein | Höhe | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Für alle selbstnutzenden Eigentümer |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | Austausch einer alten Öl-, Kohle-, Gas- oder Nachtspeicherheizung; befristet bis Ende 2028 |
| Einkommensbonus | 30 % | Zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 40.000 €/Jahr |
| Effizienzbonus | 5 % | Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel oder Erd-/Wasser-Wärmequelle |
| Maximum (gedeckelt) | 70 % | Boni sind kombinierbar, aber gedeckelt |
Ein Rechenbeispiel. Kostet die Wärmepumpe inklusive Einbau 28.000 Euro und Sie erreichen 70 Prozent, übernimmt die KfW 19.600 Euro. Bleiben 8.400 Euro für Sie. Liegen die Kosten über 30.000 Euro, wird trotzdem nur bis zur Obergrenze gerechnet, den Rest tragen Sie selbst. Welche Boni 2026 in welcher Höhe greifen, ist in der Übersicht zur Wärmepumpe Förderung 2026 noch einmal komplett aufgeschlüsselt.
Vermieter kommen schlechter weg: Für sie sinkt der maximale Satz auf 35 Prozent (Grundförderung plus eventuell Effizienzbonus), denn Klima- und Einkommensbonus bleiben den selbstnutzenden Eigentümern vorbehalten.
Ergänzungskredit, Steuerbonus und Länderprogramme
Der Zuschuss ist nicht die einzige Stellschraube. Drei Optionen, die in vielen Ratgebern untergehen:
- KfW-Ergänzungskredit (358/359): Für die nicht geförderten Restkosten gibt es einen zinsverbilligten Kredit von bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit. Bei einem Haushaltseinkommen bis 90.000 Euro fällt der Zinssatz besonders niedrig aus.
- Steuerliche Alternative: Wer die Förderung nicht nutzt, kann den Heizungstausch über § 35c EStG absetzen, 20 Prozent verteilt auf drei Jahre (7 %, 7 %, 6 %), bei bis zu 200.000 Euro pro Gebäude. Den genauen Wortlaut finden Sie bei gesetze-im-internet.de. Aber Achtung: Zuschuss und Steuerbonus schließen sich gegenseitig aus. Entweder, oder.
- Landes- und Kommunalprogramme: Manche Bundesländer und Kommunen legen eigene Töpfe auf. Die Kombination mit der KfW-Förderung geht nur eingeschränkt. Prüfen Sie die Kumulierungsregeln, bevor Sie doppelt beantragen.
Antrag richtig stellen: Reihenfolge und Zeitplanung
Hier passieren die teuersten Fehler. Anders als früher bei der BAFA gilt bei der KfW eine ganz bestimmte Reihenfolge:
- Fachbetrieb beauftragen und Vertrag schließen, mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung, die den Vertrag an die Förderzusage koppelt.
- Antrag im KfW-Kundenportal stellen, erst nach Vertragsschluss, aber vor Beginn der Arbeiten.
- Bestätigung zum Antrag (BzA) von einem Energie-Effizienz-Experten oder dem Fachbetrieb einholen.
- Einbau durchführen lassen.
- Nachweise einreichen, danach kommt die Auszahlung.
Rechnen Sie für die Bearbeitung mehrere Wochen ein, und denken Sie daran: Das Geld kommt nachgelagert. Sie strecken die Kosten also erst einmal selbst vor. Das vergessen viele bei der Liquiditätsplanung. Wer knapp kalkuliert, sollte den Ergänzungskredit als Brücke einplanen.
Und die alten BAFA-Anträge? Wer noch unter dem alten Regime einen Antrag gestellt hatte, wird nach den damals geltenden Bedingungen abgewickelt. Für alles Neue gilt nur noch der KfW-Weg.
Lohnt sich die Wärmepumpe trotz Förderung wirtschaftlich?
Die Förderung drückt die Anschaffung deutlich, über den Betrieb entscheidet aber die Effizienz. Eine Wärmepumpe mit einer JAZ von 3 bis 4 macht aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme.
Eine grobe Einordnung bei einem Strompreis von rund 28 ct/kWh (Wärmepumpenstrom ist oft günstiger):
- JAZ 3,0: Wärmekosten ca. 9,3 ct/kWh
- JAZ 4,0: Wärmekosten ca. 7,0 ct/kWh
Je höher die JAZ, desto niedriger die laufenden Kosten. Und desto wichtiger sind die Voraussetzungen: niedrige Vorlauftemperaturen, ausreichend große Heizflächen (am besten eine Flächenheizung) und ein sauberer hydraulischer Abgleich. Damit schließt sich der Kreis zur BAFA-Optimierungsförderung. Eine gut eingestellte Anlage läuft effizienter und holt das Geld über niedrigere Betriebskosten zusätzlich herein.
Häufige Irrtümer rund um “BAFA Wärmepumpe”
- “Ich beantrage die Wärmepumpe bei der BAFA.” Falsch, das geht nur über die KfW.
- “70 Prozent bekommt jeder.” Nein. Die 70 Prozent erreichen nur Haushalte, die Klima- und Einkommensbonus kombinieren. Realistisch sind für die meisten 30 bis 55 Prozent.
- “Ich kann erst kaufen und dann Förderung beantragen.” Riskant. Der Antrag muss vor Maßnahmenbeginn vorliegen.
- “Förderung und Steuerbonus zusammen.” Geht nicht, Sie müssen sich entscheiden.
- “Jedes Gerät ist förderfähig.” Nur Modelle auf der BAFA-Liste, die JAZ- und Schallanforderungen erfüllen.
Wenn die Höhe der Boni und der Zeitdruck beim Klimabonus für Sie eine Rolle spielen, lohnt vorab ein Blick darauf, wie lange es die Förderung überhaupt noch gibt. Mein praktischer Rat, wenn Sie heute starten: Setzen Sie sich zuerst hin und rechnen Sie ehrlich aus, welche Boni für Sie überhaupt infrage kommen. Wer keine alte Öl- oder Gasheizung rauswirft und über 40.000 Euro versteuert, landet eher bei 30 als bei 70 Prozent, und das ändert die ganze Kalkulation. Danach schauen Sie in die BAFA-Liste, ob Ihr Wunschgerät dort steht, und erst dann unterschreiben Sie beim Fachbetrieb. In dieser Reihenfolge holen Sie die maximale Förderung ab, ganz egal, wie die Behörde am Ende heißt.
Häufige Fragen
Fördert die BAFA 2026 noch Wärmepumpen?+
Nein, nicht direkt. Den Heizungstausch inklusive Wärmepumpe fördert seit 2024 die KfW mit bis zu 70 % Zuschuss. Die BAFA pflegt aber weiterhin die Liste förderfähiger Wärmepumpen und fördert die Heizungsoptimierung.
Was macht die BAFA bei Wärmepumpen heute noch?+
Die BAFA führt die offizielle Liste förderfähiger Wärmepumpen, prüft die technischen Anforderungen und fördert separat die Optimierung bestehender Heizungen (z. B. hydraulischer Abgleich) mit 15 bis 20 Prozent.
Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe 2026?+
Über die KfW sind bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten möglich, maximal 21.000 Euro pro Wohneinheit bei einer Kostenobergrenze von 30.000 Euro. Der Satz setzt sich aus Grundförderung, Klimabonus, Einkommensbonus und Effizienzbonus zusammen.
Wo beantrage ich die Wärmepumpen-Förderung – BAFA oder KfW?+
Den Zuschuss für den Heizungstausch beantragen Sie ausschließlich über das Kundenportal der KfW, nicht bei der BAFA. Wichtig: Antrag vor Auftragsvergabe stellen, aber mit bereits unterschriebenem Liefer- und Leistungsvertrag.


